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Mein
erstes wirklich echtes Agility-Turnier
Sonntag
morgen, 21.05.2000 – 5:30 Uhr.
Ich konnte es ja kaum glauben als Frauchens Radiowecker
auf einmal vor sich hin dudelte, es war doch noch
so früh und außerdem Sonntag, oder hatte ich mich
so vertan?
Nein es war wirklich Frauchens Wecker und es war auch
ganz wirklich Sonntag. Aus dem Bett kam leises Gemurmel,
ich glaube meine beiden Menschen waren gar nicht erbaut
davon schon aufstehen zu müssen – Ich allerdings auch
nicht.
Bei uns herrschte eine Hektik als hätte wir verschlafen,
aber ich war ganz sicher es war Sonntag. Und warum
bekam ich jetzt auch noch Frühstück, bevor meine beiden
angezogen waren, irgend etwas war anders, aber warum.
Eine knappe Stunde nach dem der Wecker los gedudelt
hatte ging es dann auch noch ab ins Auto - alle zusammen
- nun verstand ich gar nichts mehr.
Das Auto war vollgepackt als ging es zum Camping.
Stühle, ein Schirm (mit Zelt - der war komisch) und
auch ein Korb mit vielen verschiedenen Dingen. Jetzt
ging es auch noch auf die Autobahn und es wurde etwas
von eine Wegbeschreibung, Leistungsheft, Impfausweis
und solchen Dingen gefaselt, was war hier los?
Dann
hatte ich eine Idee. Die letzten Tage hatte Frauchen
immer etwas von einem Agilityturnier erzählt an dem
Kathrin mit Laika nicht teilnehmen könne, weil Laika
so krank sein - fuhren wir etwa auf ein Agilityturnier?
Oh,
oh jetzt wurde ich aber ein wenig nervös. Ich würde
laufen müssen unter den Augen von ganz vielen anderen
Hunden und Menschen. Das fand ich gar nicht witzig.
Ich hoffte inständig das dieser Gedanke nicht richtig
war, mir ging es plötzlich nicht mehr besonders gut.
Ca. 50 Minuten später hielten wir an und stiegen aus.
Wir hatten tatsächlich an einem Hundeplatz angehalten
doch Gott sei dank wies nichts, aber auch wirklich
gar nichts, darauf hin das hier ein Agilityturnier
statt finden würde – puh noch mal Glück gehabt.
Bianka (das ist mein Frauchen) sagte: "Wir sind wohl
noch etwas früh, laß uns doch noch etwas laufen gehen".
Laufen gehen (!?), das hörte sich gut an, dann würde
ich toben/spielen können - klasse. Als wir von unserem
Spaziergang zurück kamen, war dort wo unser Auto stand,
eine Menge los, aber nach einem Agilityturnier sah
es immer noch nicht aus. Ich schien mir also vollkommen
umsonst sorgen gemacht zu haben. Es kamen immer mehr
Leute mit Ihren Hunden und es herrschte aufgeregtes
Treiben.
Müßte ich hier etwa schon wieder so eine langweilig
Unterordnung laufen, oder was sollte ich hier? Tatsächlich
es gingen Hunde auf den Platz und zeigten eine Unterordnung........
....
ich hatte auch hier ganz offensichtlich wieder Glück,
es war eine Hundesportart von der ich zwar schon etwas
gehört hatte, die ich aber selber noch nie gesehen
hatte, es war Turnierhundesport (der Vierkampf). Mir
war immer noch nicht ganz klar was ich hier sollte,
denn schließlich war ich doch eine Agility-Hund und
diese schienen hier ja ganz offensichtlich nicht zu
starten - glücklicherweise, denn ich würde mich sonst
bestimmt blamieren.
Es
stellte sich allerdings heraus, das ich mich erneut
zu früh gefreut hatte. Direkt nach dem Turnierhundesport
sollte es mit Agility weitergehen. Oje, da war sie
wieder - meine Nervosität. Ich bekam die Startnummer
22, was bedeutete, das ich heute wirklich das erste
Mal an einem richtigem Agilityturnier teilnehmen sollte.
--- schluck ---
Einen kleinen Hoffnungsschimmer mich nicht bis auf
die Knochen zu blamieren gab es allerdings, es liefen
nur Anfänger bzw. A1er. Zuerst wurde ein Open gelaufen,
danach der Prüfungslauf und zu guter letzt noch ein
Jumping.
Was
war nun schon wieder los, Bianka ging doch einfach
ohne mich in den Parcours.
--- Ach so Parcoursbegehung ---
das kenne ich ja, das machen die beim Training ja
auch öfter mal, hier kann mir ja noch nichts passieren,
ich muß einfach bei Thomas (Herrchen) bleiben. Aber
fair finde ich das nicht, die Menschen dürfen sich
an schauen wo es lang geht, und wir sollen uns einfach
darauf verlassen das sie uns den richtigen Weg zeigen
- ganz schön gemein.
Plötzlich
war es soweit, ich stand am Start - na, wenn das mal
gut ginge. Bianka schien plötzlich auch nervös zu
sein – oje, oje. Aber es ging besser als ich gedacht
hatte, da ich mich nicht ganz so sicher fühlte verlangsamte
ich einfach mein Tempo. Und trotzdem so richtig klappte
das Zusammenspiel zwischen Bianka und mir nicht. Schließlich
gingen wir mit einem Fehler und einer Verweigerung
vom Platz. Irgendwie schien Bianka mit dieser Leistung
aber nicht so ganz zufrieden zu sein - ganz ehrlich,
ich eigentlich auch nicht. Okay, es war ja erst der
erste Lauf, zwei weitere folgten ja noch.
Nach einer Mittagspause ging es mit dem A-Lauf, dem
Prüfungslauf, weiter. Um Bianka nicht noch mal zu
"enttäuschen", ich fühlte mich inzwischen auch etwas
wohler in meine Haut, legte ich in diesem Lauf ein
Schüppe Kohlen nach, um so richtig auf Tempo zukommen.
Wir waren ein richtiges Team, als plötzlich ein "nein
du kleiner Spinner" kam. Was hatte ich gemacht? Ich
ging mal zu ihr, sie schickte mich durch den Sack
und lief mit mir ins Ziel. Oh nein jetzt war mir auch
klar was passiert war, ich war auf das falsche Hindernis
(die A-Wand) getapst und wurde für diesen Lauf disqualifiziert.
Jetzt war sie bestimmt böse mit mir.
Doch falsch gedacht, irgendwie war heute mein Tag
der Irrtümer. Genau das Gegenteil war der Fall, sie
freute sich riesig das ich so Klasse gelaufen war
und sagte immer sie sei Schuld an der Dis., sie habe
viel zu spät nach mir gerufen. Ich muß gestehen das
es stimmt, hätte sie eher was gesagt wäre ich bestimmt
nicht auf die A-Wand gegangen. Toll das es Menschen
gibt die nicht immer uns die Schuld geben.
Durch den zwar verpatzten, aber laut Bianka, super
Prüfungslauf total motiviert traten wir zu unserem
letzten Lauf, dem Jumping an. Inzwischen schon etwas
müde von dem aufregenden Tag war ich nicht mehr ganz
so flink wie im A-Lauf aber es reichte.
Als
es hieß Siegerehrung hatte ich mit allem gerechnet,
aber nicht damit, das ich auch aufgerufen würde. Mein
letzter Lauf, also das Jumping, hatte doch tatsächlich
für einen zweiten Platz gereicht.
---
Jüüüppppppyyyyyy ---
So,
jetzt war ich aber wirklich müde und richtig glücklich
als es endlich nach Hause ging.
Stolz würde ich am Montag beim Training erzählen wie
mein erstes Turnier war.
Eines ist sicher, ich werde noch auf vielen weiteren
Turnieren starten - einfach so, aus Spaß.
Es war echt riesig !!
Euer
Rocky
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